Therapeutische Grundhaltung
     

Therapeutische Beziehung
Die Beziehung zwischen Klientin und Therapeutin hat eine zentrale Bedeutung in der psychotherapeutischen Arbeit. Jeder verbale oder körperliche Dialog beinhaltet immer auch diesen Beziehungsaspekt, der in den Therapieprozess bewusst mit einbezogen wird. Der therapeutische Raum ist ein Erfahrungsraum für den Klienten. Hier kann er sein Verhalten, seine Gefühle, seine Beziehungsmuster bewusst wahrnehmen, Schritt für Schritt verstehen, und Veränderungen wagen.

Als Therapeutin begleite und ermutige ich die Klientin einerseits aus therapeutischen Distanz, andererseits aber auch mit meiner Präsens und Nähe. Zwischen Klientin und Therapeutin entsteht eine lebendige Beziehung, die fruchtbar ist für den therapeutischen Prozess. Der Klient erlebt sich mit seinen oft ambivalenten Gefühlen angenommen und gesehen. Die therapeutische Beziehung bewusst erleben, heißt die Beziehungen "Draußen" verstehen und bewusster gestalten lernen.


 

Therapeutischer Raum
Ich biete einen geschützten "Innenraum", der eine vertrauensvolle Begegnung ermöglicht, der dazu einlädt das wahrzunehmen was ist.

  • Die Stille erspüren
  • Lebendigkeit entdecken
  • tiefer Traurigkeit begegnen
  • Dunkelheit und Schattenseiten aushalten
  • Wärme und Geborgenheit erleben
  • sich von tiefer Sehnsucht leiten lassen
  • Raum für ehrliche Begegnung, gegenwärtig und immer überraschend
  • Vielschichtigkeit und Widersprüchlichkeit im inneren Erleben erfahren
  • dem eigenen Schicksal respektvoll begegnen
  • die inneren Grenzen achten, die starr scheinen, aber doch eine eigenwillige Beweglichkeit innehaben, die es Schritt für Schritt zu entdecken gilt
  • Kontakt aufnehmen zum verborgenen Kern, der immer da ist
  • den inneren Kern als unzerstörbare Lebensquelle erfahren
  • Zugang zur eigenen Intuition und Kreativität finden
  • Kraft, Lebendigkeit und Liebe zum Leben entfalten,
  • neue Räume in sich entdecken, die Stimme des Herzens hören
  • Raum für Sinnsuche, für die Fragen und Widersprüche, die das Leben aufwirft
  • Raum für spirituelle Themen

[nach oben]

 

 
 

Therapeutische Präsenz
Meine Aufgabe als Therapeutin ist es, unmittelbar präsent zu sein als Halt und Gegenüber für die Klientin. Der Verlauf einer Therapiestunde ist immer unvorhersehbar und erfordert immer erneute Wachsamkeit. Im hier und jetzt entsteht ein therapeutischer Dialog, der Ausdruck finden kann in Stille, in körperlicher Bewegung, Haltung und Berührung und in Worten.

Klientin und Therapeutin sind ebenbürtig. Es geht darum gemeinsam die therapeutischen Schritte und Ziele zu finden. Therapeutische Präsenz beinhaltet ehrliches Miteinander und immer wieder offene Aufmerksamkeit.
[nach oben]

 

   

Meditative Haltung
Meditation verstehe ich hier nicht als ein bestimmtes Ritual, sondern als eine innere Haltung zum einfachen Dasein in der Begegnung zwischen Klientin und Therapeutin. Als Therapeutin gehe ich immer wieder in eine meditative Haltung, ich mache mich frei von meinen Zusammenhängen im Alltag, versuche loszulassen von den Einbindungen in denen ich lebe, loszulassen von Gedanken und Plänen. Dann kann ich präsent, authentisch und offen für das sein , was jetzt und hier passiert.

"Nur wenn mein Zuhören nach innen gerichtet ist ,
 kann ich meine Zugehörigkeit zum inneren Wesen
 des Anderen finden."
(H. P. Wilberg)

Meine Aufmerksamkeit ist nach innen gerichtet, auf das was äußerlich nicht sichtbar ist. Von hier aus begegne ich der Klientin und von hier aus begegnet die Klientin sich selbst auf tieferer Ebene, da, wo die eigene verborgene Energiequelle ist, aus der sie schöpfen lernt.
[nach oben]

 

 
 

Selbstbestimmung der Klientin
In jedem Menschen ist ein Bedürfnis nach Wachstum. In meiner psychotherapeutischen Arbeit geht es auch darum die im Menschen innewohnenden Möglichkeiten der Entfaltung wieder zu entdecken. Verborgen hinter neurotischen Zwängen, starren Verhaltensmustern und Minderwertigkeitsgefühlen, gibt es das Streben nach Autonomie. Im therapeutischen Prozess gilt es immer wieder die Aufmerksamkeit dahin zu lenken:

  • Wohin strebe ich?
  • Was sagt meine innere Stimme,
    wenn ich still höre, ohne zu werten?
  • Warum höre ich mir nicht zu?
  • Was hindert mich daran mir zu folgen?
  • Was passiert wenn ich "nur" die Stille höre
  • Welche Ängste tauchen auf?
  • Wo ist meine Sehnsucht?

Der Klient weiß wo es lang geht und er bestimmt die Schritte und Themen in der Therapie. Als Therapeutin erforsche ich gemeinsam mit dem Klienten das steinige Feld der widersprüchlichen und abwehrenden Gefühle. Die Wahrnehmung wird sensibilisiert und es beginnt der Prozess der Selbstentdeckung, sehr individuell und durch den Klienten selbst bestimmt. Therapie kann Abhängigkeiten von alten, einengenden Mustern lösen. Sie hilft dem Klienten Mut und Willenskraft zu entwickeln, die Wege zu gehen, die seinem Wesen entsprechen.
[nach oben]

 

 
 

Körpersprache/Körperausdruck
Neben dem verbalen Austausch in der Therapie erlebe ich die Körpersprache als einen nonverbalen Dialog , der den Zugang zu einer tieferliegenden Wahrheit ermöglicht. Gesichtsausdruck, Blickkontakt, Mimik. Gestik, Körperhaltung, Körperselbstbild, Körperbewegung - eben die Körpersprache, beziehe ich unmittelbar in die psychotherapeutische Arbeit mit ein. Körperausdruck und Seelenbefindlichkeit sind verwoben miteinander. Hier gibt es einen lebendigen und unverfälschten Zugang zu den inneren Themen, die den Klienten bewegen.

und im körper
liegt das
unsausgesprochene
wesentliche
das unausgesprochene
immer präsente
  die kurzen stillen momente
zwischen lauten und langen
gesprochenen sätzen
sind der stetige beginn
unausgesprochener
geschichten

Emotionale Belastung und Überforderung findet in der Körpergestalt und Körperbewegung ihren Ausdruck. Der Körper speichert auf faszinierende Weise die schwarzen Kapitel unserer Geschichte. In der Therapie entdeckt die Klientin ihren beseelten Körper. Verdrängte Gefühle steigen auf, z.B. Wut, Angst, Hilflosigkeit, Trauer. Das was im Körper ist hat Raum für Ausdruck (siehe auch: tiefenpsychologisch-körperorientierte Verfahren).

Über den Körper spürt der Klient auch seine alte Sehnsucht nach Geborgenheit, nach Wärme, nach Glück. Auch diese Empfindungen werden belebt und genährt. Therapie heißt für mich, heilsame Erfahrungen zu machen, die Lebensstärkung bedeuten. Die Klientin entwickelt ihre vitalen und kreativen Seiten und kann immer mehr ihr Leben lebendig gestalten.
[nach oben]